Wo andere sagen `das geht nicht’, wird es für mich erst spannend.

Ihr Name ist längst zum Synonym für „Millionenerbin“ geworden. Paula Schwarz stammt aus einer der reichsten Familien Deutschlands. Das Pharmaunternehmen Schwarz Pharma, nach dem Krieg von ihrem Großvater aufgebaut, war bei seinem Verkauf einige Milliarden Euro wert.

Reich ist Paula Schwarz jetzt schon. An dem Tag, an dem sie mal erbt, wird sie zu den Superreichen gehören. Ob sie will oder nicht.

Sie will nicht. Zu viel Geld führt in ihren Augen zur Wohlstandsverwahrlosung: viel haben, nichts sein. Statt dessen will die 28-Jährige das Wirtschaftssystem revolutionieren und damit die Welt retten. Sie kämpft für einen Wandel in der Wirtschaft. Ihr Geld soll nicht für Millionäre und Banker arbeiten, sondern für alle Menschen. Paula will, dass sich überall die Geldanlagen der millionenschweren Unternehmerfamilien ändern – hin zur sozialverträglichen Anlageform. Umdenken soll sie, die Elite, sich neu erfinden, und das weltweit!

Und es funktioniert. Längst sucht man ihren Rat, wenn es um Fonds und Anlagen geht. Und immer handelt es sich um Zahlen mit vielen Nullen. Zehn Millionen, 50 Millionen, unfassbar hohe Summen.

Fotos: Leade.rs // Berlinvalley.com // stern 14.03.2019 // SWR // EditionF // vimeo


Auch um die weiblichen Erben geht es ihr, denn die werden den Söhnen gegenüber durchweg benachteiligt. Dass Töchter ihr geerbtes Geld selbst verwalten, ist in der Welt der Reichen kaum vorgesehen; über Investments bestimmt der Vater. Paula verweigert sich dieser althergebrachten, konservativen Rolle als „weibliche Erbin“. Erben neu denken – das ist ihr Plan. Da wären auch 100 Prozent Erbschaftssteuer für sie völlig okay.

Was ist sie nun, eine schwerreiche Revoluzzerin? Sozialunternehmerin? Visionärin? Eine Multimillionärin als Robin Hood? „Ich bin Systemdenkerin“, sagt sie, „das ganze System braucht Veränderung. Die Entscheidungen müssen im Interesse von Menschen getroffen werden, nicht zum Wohl von Konzernen, Firmen und Staaten. “

Revoltiert gegen das System hat sie schon als Mädchen. Geboren mit einem goldenen Löffel im Mund, die Kindheit traumatisch, die Last eines unfassbaren Erbes auf den Schultern. Woran es fehlte, war Liebe. Lange Jahre gab es heftige Auseinandersetzungen mit den Eltern, acht Schulwechsel, mehrmals haute sie ab. Der Kampf mit den Eltern eskalierte immer weiter. Als sie während der Griechenlandkrise zwei Jahre in verschiedenen Camps wohnte und ihr ganzes Engagement in Flüchtlingsprojekte steckte, kam es zum totalen Bruch. Da wollte sie ihr Erbe ganz und gar ausschlagen.

Mittlerweile ist der Krieg beendet. Die Eltern öffneten sich nach und nach den Argumenten ihrer Tochter, lernten gewaltfreie Kommunikation und veränderten ihre Anlageformen. Nun steckt das Geld in nachhaltigen gerechten Investment-Verträgen.

Paula ist auch Gründerin des World Datanomic Forum. Ein Leadership-Netzwerk, bei dem es um veränderte Strukturen geht, um Gesundheit und Bildung statt um Profit. Das Forum hilft Unternehmen dabei, sozialverträglich zu handeln – hin zu mehr sozialer Verantwortung, zu mehr Nachhaltigkeit, zu einer gerechteren Welt. „Denn wenn der Mensch glücklich ist, ist die Welt besser dran.“

Paula, du bist gerade selbst auf der Suche nach Superheroes. Für uns bist DU das schon längst. Wir freuen uns wahnsinnig, dass du beim GUK dabei bist!

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